
Gesamtnote · von 5,0
Empire of AI
Träume und Albträume in Sam Altmans OpenAI
von Karen Hao
Karen Hao zeichnet auf Basis von Hunderten Interviews ein kritisches Porträt von OpenAI – über Sam Altmans Aufstieg, den Glauben an AGI und die menschlichen wie ökologischen Kosten der KI.
- Originaltitel
- Empire of AI: Dreams and Nightmares in Sam Altman's OpenAI
- Erschienen
- 2025
- Verlag
- Penguin Press
- Umfang
- 496 Seiten
- Originalsprache
- Englisch
- Genre
- Sachbuch
- Lesezeit Rezension
- 8 Min.
„Hinter dem Versprechen, die Menschheit zu erlösen, verbirgt sich ein Imperium aus Rechenzentren, Daten und unsichtbarer Arbeit.“
— Karen Hao, Empire of AI
Worum es geht
Die Journalistin Karen Hao, langjährige KI-Reporterin unter anderem für MIT Technology Review und The Atlantic, legt mit Empire of AI eine umfassende Untersuchung von OpenAI vor. Auf Basis von rund 260 Interviews, internen Dokumenten und Chatprotokollen rekonstruiert sie den Aufstieg des Unternehmens, die Rolle von Sam Altman und die Kultur der Geheimhaltung rund um das Ziel einer allgemeinen Künstlichen Intelligenz.
Das Imperium hinter der KI
Kernidee ist die Metapher des Imperiums. Hao argumentiert, dass die Jagd nach AGI ein extraktives System hervorgebracht hat: Es verschlingt Daten, Rechenleistung, Energie und billige menschliche Arbeit, etwa beim Training und der Moderation von Modellen. Das Heilsversprechen, die Menschheit zu retten, steht im Kontrast zu den realen Kosten, die Arbeiter im globalen Süden und die Umwelt tragen.
Wirtschaft & Relevanz
Ökonomisch zeigt das Buch, wie Kapital, Infrastruktur und Ideologie ineinandergreifen. Die Konzentration von Rechenleistung und Kapital in wenigen Händen begründet eine neue Form von Marktmacht. Hao verbindet diese Strukturanalyse mit konkreten Beispielen versteckter Wertschöpfungsketten und macht so die wahren Kosten der KI sichtbar.
Einordnung
Empire of AI ist ein faktenstarkes, klar kritisches Werk, das mit Preisen wie dem National Book Critics Circle Award gewürdigt wurde. Die Grundhaltung ist erkennbar skeptisch und lässt der Branche wenig Spielraum. Wer ein ausgewogenes Bild sucht, sollte es mit positiveren Darstellungen kombinieren – als investigative Bestandsaufnahme der KI-Industrie ist es jedoch herausragend.
Was überzeugt
- Außergewöhnlich breite Recherche mit rund 260 Quellen
- Beleuchtet Datenarbeit und Ressourcenverbrauch konsequent
- Differenziertes Porträt von Sam Altman und der OpenAI-Kultur
Was stört
- Deutlich kritische Grundhaltung, wenig Gegengewicht
- Der Umfang verlangt Ausdauer und Vorwissen
Für wen geeignet
Für Leser, die hinter die Hochglanzversprechen der KI-Branche blicken und die ökonomischen wie ethischen Schattenseiten verstehen wollen.
Fazit
Ein gründlich recherchiertes, kritisches Standardwerk über OpenAI, das Macht, Ideologie und versteckte Kosten der KI-Industrie offenlegt. Klar parteiisch, aber faktenstark und wichtig.
Zur Person
US-amerikanische Journalistin, die über die gesellschaftlichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz schreibt – ausgezeichnet für ihr Buch Empire of AI.
Weitere Werke


